… über Symbole

Traumsymbole

Kurz nach meinem letzten Beitrag über Herkunft und Wirkungsweise von Symbolen, bekam ich auf Facebook eine Anfrage zur Bedeutung eines bestimmten Symbols in einem Traum. Das Thema Traumsymbole ist, so denke ich, für viele Menschen interessant, deshalb habe ich die Antwort zu dieser Frage allgemein gehalten und auch an dieser Stelle veröffentlicht:

Träume sind eine sehr individuelle Angelegenheit und ihre Botschaft kann uns sehr viel über unser Leben erzählen, deshalb sollten man sich nicht an festgelegte Traumsymbole halten. Die Chance, dass man in solchen Lexika genau die richtige Bedeutung für einen spezifischen und sehr persönlichen Traum findet ist eher unwahrscheinlich. Im allerbesten Fall können uns allgemeine Traumlexika die Richtung weisen, in welcher wir unsere Suche beginnen können – im schlimmsten Fall fördern sie unsere Verwirrung.

 

Das Labyrinth als Zeichen für die verschlungenen Pfade unserer Träume.

Man sollte stattdessen versuchen, sich an die Gefühle zu erinnern, welche das Symbol im Traum vermittelte. War man erfreut, aufgeregt, gestresst, ängstlich, verwirrt, etc. ? Wie stehen diese Empfindungen zur „Geschichte“ im Traum? Was sagen diese Gefühle über die eigene Person aus? Gibt es parallele Empfindungen oder Situationen im „realen“ Leben? Welche Assoziationen erweckt das Symbol und der Traum in uns? 

Diese Art der Traumanalyse kann, wie auf einem schlängelnden Pfad, zu einer stimmigen Antwort und vielleicht sogar zu einer wichtigen Erkenntnis führen. Träume sind nicht linear strukturiert, wie unser Verstand. Sie sind in der Sprache unserer Seele verfasst und folgen einem vernetzten, assoziativen, bildhaften und emotionalen Aufbau. In eben dieser Form können sie auch am besten entschlüsselt werden. Es gibt prophetische Träume, mit visionärem Charakter. Es gibt Albträume und Träume, welche in erster Linie dazu da sind, das Tagesgeschehen zu verarbeiten. Und es gibt Träume, welche eine Art Kontaktaufnahme zwischen Seele und Bewusstsein darstellen. In diesen Träumen erfahren wir (in verschlüsselter Form), sehr viel über uns selbst, unseren Lebensweg und die momentane Situation.

Wir träumen viel. Wenn wir uns daran erinnern, dann meist nur an die letzten Träume bevor wir aufgewacht sind. Die Erinnerungen sind sehr flüchtig. Öffnet man die Augen und steht auf, sind die Bilder oft schon weg, oder nur noch bruchstückhaft vorhanden. Es gibt einige Tricks, das Erinnerungsvermögen an unsere Träume zu verstärken.

  • Man kann, bereits beim Einschlafen, sein höheres Selbst darum bitten, sich an die Träume erinnern zu können.
  • Ein Notizbuch, immer griffbereit, neben dem Bett liegen zu haben, kann auch hilfreich sein. Notiert man, wenn man in der Nacht aufwacht, mit einigen Stichworten seinen Traum, kann er am nächsten Morgen leichter wieder hergeholt werden.
  • Beim Erwachen kann es hilfreich sein, den Traum noch einmal Revue passieren zu lassen, bevor man die Augen öffnet und ihn nieder schreibt.
  • Manchmal hilft es auch, wenn man sich wieder in die übliche Schlafposition zurück legt um sich besser erinnern zu können.

Wie bei fast allen Dingen, wachsen die Fähigkeiten mit dem Üben.

Wenn man regelmäßig seine Träume analysiert – und dabei das Hauptaugenmerk auf die damit verbundenen Gefühle legt, wächst das Erinnerungsvermögen sehr rasch und auch die Träume und die darin verborgenen Symbole erschließen sich immer leichter. Man entwickelt ein Gespür für seine eigenen Träume, seine individuelle Symbolsprache und somit auch für sich selbst. Träume können eine interessante und hilfreiche Weise sein, sich selbst besser kennen zu lernen. 

Ich wünsche Ihnen auf dieser Erkundungsreise viel Glück und vor allem viel Vergnügen!

 

Das oben abgebildete Labyrinth ist als Kunstdruck erhältlich bei: